Elektro-Hybrid-Fahrzeuge
Unter den vielen vorgestellten Konzeptstudien und Prototypen gibt es ein paar Fahrzeuge, die tatsächlich mögliche Kandidaten für ein E3-Mobil™ sein könnten. Jedoch gilt es "die Spreu vom Weizen zu trennen".
Der Markt für E3-Mobile
Bis heute, Stand Sommer 2009, gibt es kein "normales" Auto zu kaufen, das rein elektrisch fährt. Es gibt über 100 Millionen Elektrofahrräder und Elektroscooter (fast alle in Asien). Es gibt einige Elektromobile, also Fahrzeuge die von ihrer Größe und Leistungsfähigkeit zwischen den Zweirädern und den klassischen PKWs liegen. In den USA wird diese Fahrzeugklasse auch als "Neighborhood Electric Vehicle" (NEV) bezeichnet.
Auch Elektro-LKWs für besondere Einsatzbereiche oder extrem leistungsfähige und damit auch teuere Elektrorennautos gibt es bereits seit Jahren auf dem Markt. Doch normale Autos? Vier Türen, vier Sitze? Etwas womit man die Apfelernte zur Mosterei, das Sofa zur Schwiegermutter oder die Kinder zum Sportfest bringen kann?
Die Zahl der Ankündigungen und Versprechungen hat in der letzten Zeit dramatisch zugenommen, womit es immer schwieriger wird, den Markt zu überblicken. Noch schwieriger ist es, herauszufinden bei welchen Vorhaben es sich primär um "Subventionsentsorgung" oder "Investorenabzocke" handelt und wo ehrliche Anstrengungen für die Revolution in der Mobilität unternommen werden.
In unseren Berichten geben wir einen Überblick zum gesamten Marktgesehen. Hier jedoch soll der Fokus nur auf Fahrzeugen liegen, die das Potential zu einem E3-Mobil™ haben.
Kategorie: hoffnungsvolle Kandidaten
Unter den vielen vorgestellten Konzeptstudien und Prototypen gibt es ein paar Fahrzeuge, die den Forderungen des E3-Mobils recht nahe kommen und gleichzeitig eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine tatsächliche Produktion erkennen lassen.
Foto: T. EngelFräger Benni
Der im Raum Kassel ansässige Getriebehersteller Frager hat ein komplettes Antriebssystem für Elektroautos entwickelt. Dieses wurde erstmalige in eine chinesische Kleinwagenkarosserie eingebaut. Umrüstungen anderer Modelle sind auch denkbar.
Das Antriebssystem ermöglicht autobahntaugliche Höchstgeschwindigkeiten. Der Benni kann Reichweiten von 80 bis 120 km zurücklegen.
Status "Gespräche mit dem Hersteller laufen"
- 2009.10: Eine größere Version des Fahrzeuges (ein Minivan) wird auf der eCarTec in Aussicht erstellt.
- 2009.09: Der "Benni" wird auf der IAA vorgestellt.
Weitere Informationen unter:
Foto: auto.pege.orgTata Indica Vista EV
Der indische Industriekonzern Tata will auch im Bereich der Elektroautos tätig werden. Die technische Umrüstung des normalen Indica Vista erfolgt federführend durch die norwegische Miljøbil Grenland AS, einem Tochterunternehmen von Tata.
Für das viertürige und fünfsitzige Fahrzeuge wurde der ausgereifte Antrieb der kanadischen Firma TM4 gewählt. Die ersten Batteriezellen sollen aus Korea kommen. Als zweiter Lieferant ist die kanadische Electrovaya bereits mit im Boot. Als Reichweite peilt man die Marke von 200 km an. Ein Verkaufspreis wurde bisher noch nicht publiziert.
Status "Verkauf bisher nur in Norwegen geplant"
- 2009.10: Tata beauftrage die koreanische Energy Innovation Group Ltd. (EIG) mit der Lieferung von 2 Millionen Lithium Zellen.
- 2009.01: Tata wählt TM4 als Lieferant für den elektrischen Antriebsstrang.
- 2008.12: Tata zeigt den Indica Vista EV auf der Bologna Motor Show in Italien.
- 2008.10: Tata geht mit dem kanadischen Batteriehersteller Electrovaya eine Partnerschaft ein und baut in Norwegen eine Batteriefabrik.
Foto: T. EngelMitsubishi i MiEV
Das viertürige, viersitzige Stadtmobil "i" wurde bereits von Anfang an mit der Designvorgabe entwickelt, es später auch einmal als Elektroauto auf den Markt zu bringen. Anfangs gab es diese Auto nur als Rechtslenker, doch ab 2010 soll auch ein Linkslenker für den europäischen und amerikanischen Markt angeboten werden.
Vorerst soll es nur ein reines Elektroauto geben. Das aktuelle Modell ist autobahntauglich und kann 100 bis 150 km Reichweite bieten. Beim Verkaufsstart in Japan lag der Preis für die ersten Exemplare bei rund 40.000 EURO. Steigende Stückzahlen sollte diesen Wert noch deutlich nach unten drücken können.
Status "2010 in Europa nur minimale Stückzahlen verfügbar"
- 2009.10: Für das Jahr 2010 plant Mitsubishi weltweit den Verkauf von rund 7.000 Fahrzeugen.
- 2009.10: Eine "Cargo" Version für den Lieferdienst und Posteinsatz wird vorgestellt.
- 2009.07: Der elektrisch "i" geht in Europa auf Städtetour.
- 2009.06: Die Produktion der ersten ca. 1.000 Stk. hat in Japan begonnen.
- 2009.03: Partnerschaft mit Peugeot für die Vermarktung in Europa abgeschlossen.
- 2008.10: Mitglieder des E3-Projektes machen in Trebur eine erste Probefahrt im Mitsubishi i MiEV.
- 2007.08: Die elektrische Version des "i" wird auf der IAA in Frankfurt vorgestellt.
- 2005.12: Produktion des "normalen" Mitsubishi i beginnt.
Weitere Informationen unter:
Foto: auto.pege.orgBYD Auto - F3DM
Der chinesische Batteriehersteller BYD (Build Your Dreams) produziert seit einigen Jahren nun auch Autos. Die Entwicklung von E-Fahrzeugen stand von Anfang an hoch auf der Prioritätenliste. Der Export von BYD-Autos nach Israel, Holland und die USA war 2009 schon geregelt.
Der Plug-in Hybrid "F3DM" soll 100 km elektrische Reichweite bieten und er verfügt über einen Notstromgenerator. Laut Presseberichten soll das Auto in China für umgerechnet 15.000 EURO verkauft werden. In Europa wird man sicherlich deutlich mehr verlangen.
Status "Vermarktung in DE noch offen"
- 2009.06: Verkauf an Privatkunden soll in China beginnen.
- 2009.04: BYD schließt Rahmenvertrag mit VW über Batteriekooperation.
- 2008.12: Verkauf an Flottenkunden in China hat angeblich begonnen.
- 2008.03: Auto wird erstmalig in Genf vorgestellt.
Weitere Informationen unter:
- [] www.byd.com
Foto: DuraCarDuraCar QUICC
Das holländische Unternehmen DuraCar erwirbt aus den USA die Rechte an einem vormals deutschen Fahrzeugkonzept, das einen komplett aus Kunststoff gefertigten Stadtlieferwagen beschreibt. DuraCar wurde unter anderem von Econcern, einem Unternehmen der holländischen Erneuerbaren Energiebranche finanziert.
Der Quicc wurde als reines Elektroauto konzipiert und fährt dank des geringen Gewichts der Kunststoffhülle selbst mit dem Antrieb aus dem alten Golf CityStromer extrem spritzig. Autobahntauglichkeit und bis zu 150 km Reichweite werden versprochen. Als Notstromgenerator wurde bisher nur eine Methanol-Brennstoffzelle getestet. Das Fahrzeug ist derzeit nur als reiner Lieferwagen geplant.
Status "Mit neuem Investor wieder im Rennen"
- 2009.08: DuraCar hat einen neuen Investor und setzt die Arbeit am Quicc fort.
- 2009.07: DuraCar nimmt einer E-Auto-Präsentation für die holländischen Ministerien teil.
- 2009.06: Einer der großen Anteilseigner (Econcern) ist in finanzielle Probleme geraten. Es werden neue Investoren gesucht.
- 2009.04: Französische Post trifft erneut keine Kaufentscheidung für die E-Fahrzeugflotte.
- 2009.04: Mitglieder des E3-Projektes machen eine erste Probefahrt mit dem alten Quicc.
- 2009.02: DuraCar beginnt mit einem Redesign, da die Kunden ein ca. 25 cm längeres Fahrzeug wünschen (mehr Ladevolumen).
- 2008.10: DuraCar stellt den Quicc auf dem Pariser Autosalon vor.
- 2008.04: Französische Post trifft keine Kaufentscheidung für die geplanten 500 E-Fahrzeug.
- 2007.04: Französische Post machte eine Ausschreibung für 500 (10.000) Elektroautos.
Weitere Informationen unter:
- [] www.quicc.eu
Kategorie: Status unsicher
Einige Fahrzeuge machen zwar einen guten Eindruck, doch sind oft diverse Rahmenbedingungen und damit die tatsächliche Verfügbarkeit des Fahrzeuges ungewiss. Diese Optionen betrachten wir im Moment eher als "Wackelkandidaten".
Foto: BolloréBolloré BlueCar
Die französische Bolloré Gruppe stellt Lithium-Batterien her. Für die Entwicklung eines massentauglichen Elektroautos ist man eine Partnerschaft mit dem italienischen Designhaus Pininfarina eingegangen.
Ursprünglich war geplant das Fahrzeug nur für ca. 330 Euro pro Monat zu verleihen. Aktuelle wird jedoch auch der Verkauf als möglich betrachtet. Das Fahrzeug hat vier Sitzplätze und ist ein typischer (und schicker) Kleinwagen. Die Produktionsversion wird sich in noch unbekannter Weise von der Designstudie unterscheiden.
Status "Bisher wurde noch kein fahrfähiges Muster gezeigt"
- 2009.10: Bolloré investiert in Fabrik zur Batterieproduktion (5.000 Stück pro Jahr), die noch Ende 2009 beginnen soll.
- 2009.10: Das Designmuster des BlueCar wird auf der eCarTec erstmals in Deutschland gezeigt.
- 2008.09: Der Produktionsstart wird auf 2011 verschoben.
- 2009.03: Bolloré beginnt im Internet Vorbestellungen aufzunehmen.
- 2008.10: Produktion für Ende 2009 angekündigt.
- 2008.10: Eine Designstudie des "neuen, weissen" BlueCar wird in Paris unter dem Namen "B0" vorgestellt.
- 2006.03: Der Prototyp des "alten, blauen" BlueCar wird in Genf vorgestellt.
Weitere Informationen unter:
Foto: N. Zwickel (Venturi)Venturi - Citroën Berlingo First
Venturi ist ein Unternehmen, das in Monaco vor allem exklusive Elektro(renn)autos entwickelt. Um ein Angebot für die Ausschreibung der Französischen Post machen zu können, ist man 2008 eine Partnerschaft mit dem PSA Konzern eingegangen. Beide Unternehmen wollen den bekannten Kleinlieferwagen "Berlingo" mit einem Elektroantrieb ausstatten.
Der Umrüstsatz passt komplett in den normalen Motorraum und beinhaltet neben der E-Maschine auch die Zebra-Antriebsbatterie. Man verspricht 100 km Reichweite und der 45 kW starke E-Motor sollte auch Autobahntauglichkeit erlauben. Einen eingebauten Notstromgenerator gibt es hier vermutlich nicht. Als Preis für das komplette Fahrzeug wurden der Presse einmal 25-35.000 EURO genannt.
Status "Produktion ungewiss"
- 2009.06: Venturi verspricht auf der Webseite für Ende 2009 den Produktionsstart jedoch sind weiterhin so gut wie keine Details bekannt.
- 2009.04: Französische Post trifft (erneut) keine Kaufentscheidung für die E-Fahrzeugflotte.
- 2008.03: Venturi zeigt seinen Umrüstsatz für den Berlingo auf der EVER 2008 in Monaco.
- 2007.04: Französische Post machte eine Ausschreibung für 500 (10.000) Elektroautos.
Kategorie: kaum noch Hoffnung
Manche Fahrzeugkonzepte waren in der Vergangenheit sehr vielversprechend, erscheinen aber zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr realistisch. Wir führen sie auf um zu dokumentieren, wie einige der Hoffnungsträger aussahen.
Foto: T. EngelS.V.E. Cleanova II
Die S.V.E. (Société de Véhicules Électriques) gehört zum Rüstungskonzern Dassault und hatte mit viel Entwicklungsaufwand seit 2004 einen Umrüstsatz für den Renault Kangoo und andere Modell wie den Fiat Doblo entwickelt, der aus dem Basisfahrzeug einen Plug-in Hybriden machen konnte. Das Unternehmen hatte einen hochwertigen Antriebsstrang als auch moderne Lithium-Akkus. Das Auto war mit 130 km/h autobahntauglich und konnte rein elektrisch rund 100 bis 150 km zurücklegen.
Der Cleanova war der fahrende Beweis, dass die Kenndaten des E3-Mobils™ mit der Technik aus dem Jahr 2006 erreicht werden können. Es war somit das erste "E3-Wunschauto" der Initiatoren.
Status "Hersteller baut offenbar nur noch Komponenten"
- 2009.08: Dassault geht eine Partnerschaft mit dem Batteriehersteller Dow Kokam ein.
- 2009.06: Webseite des Unternehmens zeigt keine Fahrzeuge mehr, sondern nur noch Antriebskomponenten.
- 2009.04: Französische Post trifft erneut keine Kaufentscheidung für die E-Fahrzeugflotte.
- 2008.??: Gerüchteküche: S.V.E bekommt angeblich keine leeren Karossen von Renault zur Umrüstung.
- 2008.04: Französische Post trifft keine Kaufentscheidung für die geplanten 500 E-Fahrzeug.
- 2008.02: Ein Flottenversuch mit dem Cleanova II startet in der Schweiz.
- 2007.04: Französische Post machte eine Ausschreibung für 500 (10.000) Elektroautos.
- 2006.10: S.V.E stellt einen Cleanova mit Ethanol-Notstromgenerator vor.
- 2006.06: Mitglieder des E3-Projektes machen in Paris eine erste Probefahrt im Cleanova II.
- 2004.10: Flottenversuche mit dem Cleanova II starten bei der französischen Post.
- 2004.09: S.V.E Kooperation mit dem E-Motorenbauer TM4 wird offiziell verkündet.
Weitere Informationen unter:
SONNENENERGIE 04-2007
SONNENENERGIE 06-2008
SONNENENERGIE 02-2009

